Artenvielfalt

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50 Alpenpflanzen finden aussergewöhnliche Wege, selbst unter widrigen Umständen zu überleben. Welche Strategien sie genau wählen, erfahren die Leserinnen und Lehrer im Buch „Überlebenskünstler“, das im Haupt-Verlag erschienen ist.

Der Biologe Thomas Schauer und der Fotograf und Kunstmaler Stefan Caspari haben sich für ihr neues Buch ein ungewöhnliches Thema ausgewählt: 50 Porträts von speziellen Pflanzen, die unter widrigsten Bedingungen besondere Überlebensstrategien entwickelt, sei es gegen extreme Kälte, Wind oder Trockenheit. Natürlich sind auch diese Pflanzen Beispiele für viele andere Arten, die es geschafft haben, im schwierigen Klima des Alpenraums zu überleben. Oft müssen die Pflanzen auch mit einem Minimum an nährender Erde auskommen. Manche überlebten wiederum nur, dank einer Symbiose mit Pilzen. Kein Wunder haben diese Pflanzen Menschen seit jeher fasziniert. Viele Pflanzen entwickelten chemische Zusammensetzungen, die schon lange zu medizinischen Zwecken genutzt werden. Beispiele hier sind der „echte Speik“ oder „keltischer Baldrian“, wie er auch genannt wird. Einerseits wirkt er beruhigend und schmerzlindernd, anderseits wird er auch für Parfüms verwendet. Ein anderes Beispiel ist der in den Alpen selten gewordene ungarische Enzian, der – wie der ebenfalls beschriebene gelbe Enzian zu Schnaps verarbeitet – gegen verschiedene Leiden verabreicht wurde. Die schöne Pflanze, der echte Speik ist innerhalb der Schweiz nur noch im Gebiet der Churfirsten zu finden. Als Speik werden in den Alpen häufig stark duftende, aromatische Pflanzen bezeichnet. Eine weitere Heilpflanze ist die echte Edelraute, die für ihren starken Duft bekannt ist. Die alpine Bevölkerung schrieb ihr magische Kräfte als Liebeszaubermittel zu. Sie half aber auch gegen Fieber und Lungenentzündung und wird bei der Herstellung von Wermut und Absinth geschätzt, aber auch als Wurm- und Abtreibungsmittel genutzt. Ihre bevorzugten Siedlungsgebiete sind die trockenen steppenartigen Gebiete der Alpen wie sie beispielsweise im Wallis zu finden sind. Dort fühlt sich auch der Klassiker unter den Alpenpflanzen, das Edelweiss wohl. In den letzten Jahren machte es Karriere als Mode- und Souvenierpflanze, die heute sogar gezüchtet wird. Gefragt ist das Edelweiss auch bei der Herstellung von Pharma- und Kosmetikprodukten. Untersuchungen zeigten jedoch, dass die Konzentration der Wirkstoffe etwa für die Senkung der Blutfettwerte in der natürlichen Umgebung höher ist. Der „Blaugrüne Steinbrech“ ist ein Beispiel für einen Pioniersiedler, der selbst vor einer Schutthalde nicht zurück schreckt. Das gilt auch für den Silberwurz der Wind, Frost und pralle Sonne scheinbar problemlos trotzt. Aber er verwenden einen Trick. Dank einer Symbiose mit pilzähnlichen Bakterien, die Luftstickstoff absorbieren können, erschliesst er sich so zusätzliche Nährstoffe. Eine weitere Pionierpflanze ist der Blaugrüne Steinbrech, der angewehten und herbeigeschwemmten Humus staut und so die Grundlage für die Besiedlung weiterer Pflanzenarten bildet. 

alpenrose

Zwischen 1200 und 2600 Meter über Meer ist die Alpenrose zu finden. Sie kommt natürlicherweise auch in der Hohen Tatra und im illyrischen Gebirge vor.

Extreme Anpassungsfähigkeit
Zirben und Lärchen gehören ebenfalls zu den beschriebenen Pflanzen. Sie stehen für hochstehende Wälder. Vor allem die Zirbe bricht regelmässig Höhenrekorde und siedelt bis auf 2600 Meter über Meer. Untersuchungen zeigen, dass die Frosttoleranz Zirbe auf bis zu 42 Grad unter null geht. Diese erreicht sie durch eine starke Ausbildung des Zuckergehaltes in den Zellen. Viele Pflanzen haben sich im Laufe der Jahrtausende an extreme Standorte angepasst. Sie haben Warmzeiten aber auch die Eiszeiten überlebt und damit bewiesen, dass sie sich einem Klimawandel anpassen können. Die Überlebensstrategien sind verschieden und richten sich nach dem lokalen Klima, dem Nahrungsangebot und der Boden-, sowie Steinbeschaffenheit.

 

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