Wasserkraft

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Der Technikstandard wird bei den Kläranlagen der Schweiz angehoben, um hormonaktive Substanzen zu eliminieren. Die ARA Neugut in Dübendorf ist die erste Anlage, in der grosstechnisch Ozon eingesetzt wird. In Herisau kommt Aktivkohle zum Einsatz.

Die Technik der Abwasserkläranlagen in der Schweiz versagt vielfach bei Mikroverunreinigungen. Immer mehr chemischer Stoffe gelangen in die Abwässer. Sie stammen aus Pflanzenschutzmitteln, Körperpflegeprodukten, Medikamenten, Waschmitteln oder aus spezialisierten Industriebetrieben und der Landwirtschaft. Sie sind oft nur in geringen Spuren nachweisbar. Hormonaktive Substanzen können zum Beispiel den Hormonhaushalt der Fische durcheinander bringen und zu einer Verweiblichung bei männlichen Tieren führen.

Das Parlament hat am Montag beschlossen, das Gewässerschutzgesetz zu verschärfen und den Technikstandard der ARA’s zu heben. 100 von rund 700 Kläranlagen sollen im Laufe der nächsten 20 Jahre eine zusätzliche Reinigungsstufe erhalten. Grundlage bilden Testergebnisse aus Pilotversuchen in Lausanne und Regensdorf. Zwei Verfahren kommen in Frage: Die Ozonung oder der Einsatz von Pulveraktivkohle.

Cornelia Kienle, Mitarbeiterin am Schweizerischen Zentrum für angewandte Ökotoxikologie des Wasserforschungsinstituts Eawag in Dübendorf und der ETH Lausanne hat zusammen mit Kollegen die Methoden geprüft. Sie testete dabei die Wirkung von hormonaktiven Substanzen und andere Mikroverunreinigungen auf den Schlupf, die Entwicklung, das Gewicht und die Sterblichkeit von Regenbogenforellen. Die Testfische wurden in den ersten zwei Lebensmonaten Abwässern nach der konventionellen Reinigung und nach der Behandlung mit Ozon oder Pulveraktivkohle ausgesetzt. Das Ergebnis: Die Folgen der Spurenstoffe auf die Fische war in Abwässern ohne zusätzliche Reinigung deutlich nachweisbar. Aktivkohle oder Ozon hingegen zeigten Wirkung: Die östrogen-aktiven Substanzen gingen 95 bis 100 Prozent zurück. Deutliche Erfolge waren auch bei rund 60 chemischen Stoffen zu verzeichnen, von denen jeder für Dutzende anderer verwandter Stoffe steht.


In Dübendorf wurde bei der ARA Neugut 2015 eine Ozonierungsanlage eingeweiht. Sie sammelt die Abwasser einer Agglomeration von 100 000 Einwohnern. Eine vierte Reinigungsstufe mit Pulveraktivkohle wurde bei einer Kläranlage in Herisau eingebaut, sodass die die belastete Glatt sauberer wird. Beide Anlagen sind der Auftakt zu weiteren ARA-Sanierungen in der ganzen Schweiz. . Der Bund schreibt kein bestimmtes Verfahren vor. Welche Methode sich besser eignet, muss individuell geprüft werden. „Wir wollen bei angestrebten 100 nachgerüsteten Kläranlagen die Mikroverunreinigung um mindestens 80 Prozent senken“, erklärt Michael Schärer, stellvertretender Sektionschef im Bundesamt für Umwelt und Verantwortlicher für Mikroverunreinigungen. Die ausgewählten 100 Kläranlagen, die nun saniert werden sollen, würden meist in dicht besiedeltem Gebiet mit einer Mischnutzung durch Industrie, Landwirtschaft und Wohnüberbauungen liegen. Sie leiten ihre Abwässer in kleine und mittegrosse Flüsse, die teilweise in trockenen Zeiten höchstens so viel Wasser mitführen, wie aus der ARA zusätzlich zufliesst – was zu einer schlechten Verdünnung in den Gewässern führt.

Die Kosten für die Nachrüstung der 100 ARA’s belaufen sich verteilt auf 20 Jahre auf rund 1,2 Milliarden Franken. Zudem wird auch der Unterhalt etwas teurer. Die Bezahlmodelle sind verschieden. In Herisau beteiligen sich die erwähnte Textilfirma, der Kanton, ein Abwasserfonds, sowie die Konsumentinnen und Konsumenten über den Wasserpreis.

 

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