Raubtiere

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Mit «Die Rückkehr der Wölfe» legt der Dokumentarfilmer Thomas Horat seinen Fokus weniger auf das Raubtier als den Menschen, dem der Wolf mal als Freund, mal als Feind erscheint. Das weckt Verständnis für beide Seiten. Der grundsätzlichen Frage nach unserem Naturbild weicht Horat aus. Der Film läuft  in Schweizer Kinos.

Ungefragt und oftmals ungebeten kehrt der Wolf in Siedlungsgebiete zurück, aus denen er vom Menschen vertrieben worden war. Der Schrecken steht den beiden Salzburger Schafhaltern noch ins Gesicht geschrieben, als sie von der ersten Wolfsattacke auf ihre ungeschützte Herde erzählen. Sie sind ratlos.

In Bulgarien gibt sich ein Berufskollege wesentlich gelassener. Er kennt die Wölfe, die nie aus dieser abgelegenen Bergregion verschwunden sind, er respektiert sie, er schützt seine Nutztiere mit Hunden. Und wenn die Wölfe sich doch mal ein Schaf holen, dann zeigt er Verständnis. Der Wolf müsse auch leben.

In Thomas Horats Dokumentarfilm “Die Rückkehr der Wölfe» stehen Menschen im Mittelpunkt, denen der Wolf mal als Freund, mal als Feind erscheint. Er lässt sie reden, zeigt sie in ihrem Umfeld, und er verzichtet gänzlich auf die Kommentierung. Das verleiht dem Film eine wohltuende, angemessene Distanz, und es schafft den Raum für eine vertiefte Auseinandersetzung. Denn es geht nur vordergründig um den Wolf und seine Existenzberechtigung. Es geht um den Menschen und sein sich wandelndes Bild von der Natur. Wo der Wolf als Nahrungskonkurrent bis weit ins 20. Jahrhundert mit staatlicher Förderung verteufelt und ausgerottet worden war, ist er inzwischen staatlich geschützt. Die Fortschrittlichen von damals sind die Zurückgebliebenen von heute.

Die Auswahl der Protagonistinnen und Protagonisten, die im Film in zu grosser Zahl auftreten, als dass ein vertiefter Dialog möglich wäre, ist für diese Auseinandersetzung leider etwas einseitig. Es dominieren die Wolfsversteherinnen und – erklärer. Kaum jemand mag sich ernsthaft mit jenen auseinandersetzen, die skeptisch sind oder schlicht Angst haben. Wichtige Stimmen in diesem Konzert, namentlich aus Jagd und Forstwirtschaft, gehen gänzlich unter. So zeigt der Film schliesslich doch jenes zur Verklärung neigende Naturbild, wie es in vielen Tierdokus vermittelt wird, in denen der Mensch schon gar nicht vorkommt. Dabei geht es beim Wolf wie bei anderen zurückkehrenden Raubtieren wie Luchs oder Bär nicht um den Platz in der Natur-, sondern in der vom Menschen massgeblich geprägten Kulturlandschaft. Der  Wolf ist derselbe geblieben, der Mensch ist ein anderer geworden – und muss sich damit zurechtfinden.

 

 

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