Raubtiere

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Die Wölfe sind zurück im Kanton Wallis, seit 2016 regiert am Augsthorn ein Wolfsrudel. Sie beanspruchen ihren Platz in einem Gefüge, das sich, ohne Wolf, seit dem Zweiten Weltkrieg herausgebildet hat. Nun beschleunigen sie den Strukturwandel.

 

Die Schafblattjini ist ein Traum von einer Alp am Fuss des Hohstocks (3226 m) mit seinen zerfurchten, einen Halbkreis bildenden, senkrecht abfallenden Felswänden. Der Schnee hält sich Mitte Juli noch bis zu den ersten Weiden auf 2'700 Meter. Vom Gletscher, der, wie sich die Alten erinnern, einst vom Gipfel heruntergekrochen war, ist nichts übrig geblieben. Eine Gruppe Schwarznasenschafe hat es sich im Schatten eines Felsblockes gemütlich gemacht. Den zotteligen Tieren ist es am späten Nachmittag bei 20 Grad noch zu heiss, um sich zu bewegen. Erst zur Abendbrotzeit werden sie grasen. Rund 450 Schafe verbringen den Sommer auf den stotzigen Weiden hoch über Belalp, vom Rand der westlichen Krete haben sie einen herrlichen Rundblick auf den Aletschgletscher, wenden sie sich gegen Süden, rücken das Matterhorn und die Monte Rosa – Gruppe ins Blickfeld. Es sind fast ausschliesslich Schwarznasenschafe, die sich in kleinen und mittleren Gruppen aufteilen. Es ist ihre gewohnte Herde, denn sie gehören Hobbyschafzüchtern, die in der Regel kaum mehr als zwei, drei Dutzend dieser schönen Tiere halten. Zu grossen Schafherden lassen sie sich nur unwillig zusammentreiben, es braucht mehrere Wochen, bis sie sich daran gewöhnt haben. Lieber gehen sich die kleinen Gruppen aus dem Weg. Auf der Schafblattjini sind sie weitgehend auf sich allein gestellt, nur ab und zu schaut einer der Halter zum Rechten, bringt etwas Kraftfutter und prüft den Bestand.

Auf der Rosswald - Steinenalpe Alp am Gegenhang oberhalb von Brig kamen am Vortag zwei Schafe zu Tode, ihre Körper zeigten Frassspuren. Die 700köpfige Herde mit Schwarznasenschafen war behirtet, zwei Boardercollies unterstützten den Hirten beim Treiben der Herde. Dieser verständigte den Wildhüter, der sich noch am selben Tag ein Bild der Lage machte. Wölfe galten als die Tatverdächtigen. Schliesslich lebt seit zwei Jahren knapp 25 Kilometer in Richtung Westen, am Augstbordhorn, ein Wolfsrudel, das mit diversen Schafsrissen in ungeschützen Herden auf sich aufmerksam machte. Inzwischen ist die Lage dank Herdeschutzmassnahmen entspannter. Wölfe sind mobil. Für sie ist eine Distanz von 25 Kilometern, und wenn sie dabei Gebirgszüge überwinden müssen, nichts Besonderes. Vor allem junge Wölfe legen auf ihren Erkundungstouren noch weit längere Wege zurück, während Rudel mit Jungtieren weitgehend standorttreu sind, solange es genügend Nahrung für sie gibt. Die Boardercollies, klassische Hirtenhunde, hätten einen dieser Wolfsstreuner auf der Rosswald-Steinenalpe kaum von einer Attacke abgehalten, zumal die Herde über ein weites Gebiet verstreut war. Schon ging die Rede vom Schadenersatz um, eines der Schafe, ein Zuchttier, habe einen Wert von 2000 Franken, hiess es. Der Wildhüter gab schliesslich Entwarnung. Die Schafe waren eines natürlichen Todes gestorben, Kolkraben hatten im Bereich der Schulterblätter ein für sie typisches Loch in die toten Körper gepickt, um ans Fleisch des Aases zu kommen.

Solche «Abgänge» sind auf den Schafweiden in den Schweizer Alpen gar nicht so selten. Rund 4000 Schafe überleben den Alpsommer nicht. Das entspricht etwa zwei Prozent des Bestandes. Die Zahl der Wolfsrisse bewegt sich – mit starken Schwankungen über die Jahre – um die 200. Eine Studie im Rahmen des Verbundprojektes Alpfutur (www.alpfutur.ch/src/2012_schafalp_abgaenge.pdf) hat vor sechs Jahren gezeigt, dass es primär gesundheitliche Probleme und Krankheiten sind, die Schafe auf den Alpen dahinraffen. In solchen Fällen greifen nur kostspielige Versicherungen. In der Regel verzichten die Schafhalter auf diesen Versicherungsschutz und belassen es bei einer Elementarschadensversicherung, die nur bei den deutlich selteneren Blitzschlägen oder Lawinenabgängen zahlt. Bei Wolfsrissen ist das anders. Hier kommen die Entschädigungen aus staatlichen Schatullen, bis zu 1600 Franken werden vergütet, vorausgesetzt, es handelt sich nachweislich um einen Wolf. Aus dieser Warte betrachtet scheint das Problem mit den Wölfen überschaubar zu sein, zumal es auch für den Herdenschutz finanzielle Hilfen gibt, die, je nach Betrachtungsweise und Interessenslage, den zusätzlichen Aufwand weitgehend oder teilweise decken.
Doch das eigentliche Problem geht wesentlich tiefer. Und es ist der ins Wallis zurückgekehrte Wolf, der, ungefragt und oft unerwünscht, diese Probleme ans Tageslicht bringt. Ihn kümmert die Geschichte dieses Bergtales nicht, auch der strukturelle Wandel in der Landwirtschaft ist ihm egal, ebenso wie der wirtschaftliche, der aus hart arbeitenden, am Existenzminimum lebenden Bergbauern Fachangestellte in Industrie- und Dienstleistungsbetrieben im Tal gemacht hat. Sie tragen das bäuerliche Erbe ihrer Mütter und Grossväter in ihren Herzen, aber ihren Lebensunterhalt verdienen sie längst auf eine andere Weise. Das macht sie zu Romantikern ihrer selbst, und manche von ihnen blind für den Wandel. Die Heger des Wildes, die Jäger, haben den Wolf ausgerottet und müssen ihn nun, oft zähneknirschend, als Beute-Konkurrent akzeptieren. Denn er ist, spätestens mit der Gründung des ersten Walliser Rudels im Jahr 2016, gekommen, um zu bleiben, zwei Jahrzehnte nach den ersten Sichtungen der aus dem benachbarten Aostatal einwandernden Jungwölfe. Die Heger des Waldes, die Förster, kämpfen in einem Gebirgskanton, dessen Wälder fast zu zwei Drittel Schutzwälder sind, um den für den langfristigen Erhalt so wichtigen Baumnachwuchs, namentlich die Weisstanne, dem das Wild die Knospen wegfrisst, was deren Entwicklung erheblich behindert bis verunmöglicht.
Diese drei Seelen trägt Christian Theler in seiner Brust. Er ist Revierförster im Forst Massa bei Naters mit 2125 Hektaren Wald, passionierter Jäger und Vater eines Sohnes, der von seinem Grossvater mütterlicherseits eine Herde Schwarznasenschafe übernommen hat. Und diese drei Seelen stehen zum Wolf in einem jeweils ganz anderen Verhältnis. «Als Förster begrüsse ich den Wolf, der seinen Beitrag leistet zur Regulierung der teils sehr hohen Wildbestände. Es wird aber noch dauern, bis sich das eingependelt hat. Aktuell weicht das Wild dem Wolf noch aus. Das kann dann lokal zu sogar höherem Wildverbiss führen. Als Jäger arrangiere ich mich mit dem Wolf. Er beansprucht einen Teil der Beute. Das akzeptiere ich. Uns Jäger braucht es aber weiterhin zur gezielten Regulation des Wildes. Und als Angehöriger eines Schafhalters blutet auch mir das Herz, wenn eines dieser schönen Schwarznasenschafe vom Wolf gerissen wird. Erwischt es ein wichtiges Zuchttier, kann das eine jahrelange Aufbauarbeit zunichte machen. Das ist dann auch finanziell nicht wiedergutzumachen, vom emotionalen Verlust ganz zu schweigen. Mir liegt auch diese kleinräumige, grossartige Kulturlandschaft im Wallis sehr am Herzen. Die Schafhalter leisten hier, indem sie die oft extrem steilen Weiden weiter bewirtschaften, einen sehr wichtigen Beitrag. Sollten sie damit aufhören, wird es sehr schwer, deren Verbuschung und Verwaldung aufzuhalten. Die Artenvielfalt würde stark abnehmen.»
Niemand weiss, wann die Schwarznasenschafe auf der Alp Schafblattjini erstmals nach vielen Jahrzehnten wieder ungebetenen Besuch vom Wolf erhalten werden. Aber allen ist klar: Es ist nur eine Frage der Zeit. Der Wolf mischt sich in ein erst seit drei Menschen-Generationen neu gewachsenes Gefüge und beansprucht wieder seinen Platz, dem man ihm genommen hatte. Vielleicht wird man später einmal von einer Zeit des Übergangs sprechen. Die Grosseltern von Christian Thelers Frau Myriam hatten noch einen Bergbauernbetrieb bewirtschaftet, zu den Kühen gesellten sich eine kleine Ziegenherde und eine Handvoll Schafe, deren Wolle noch von Hand gesponnen wurde und deren Fleisch eine willkommene Nahrungsergänzung im Winter war. Diese Subsistenzlandwirtschaft verschwand nach dem Zweiten Weltkrieg nach und nach, als sich am Talgrund grosse Industriebetriebe wie das Chemiewerk Lonza in Visp ansiedelten und die Bauern zu Hunderten von ihren Höfen in die Werkhallen lockte. Aus Vollerwerbs- wurden Nebenerwerbsbauern, viele gaben die arbeitsintensive Haltung des Rindviehs auf und wechselten zur extensiven Schafhaltung. Sie entflohen damit auch der Armut, die im 19. Jahrhundert bis in die 1950er-Jahre Zehntausende zur Auswanderung gezwungen hatte. Einer von ihnen ist Art Furrer, der, aus einer mausarmen Familie stammend, deren einzige Fleischquelle gewildertes Wild war, 1959 als 22-jähriger dem Wallis den Rücken kehrte, in den USA Karriere als Ski- und TV-Star machte und 1973 zurückkam, um auf der Riederalp am Aletschgletscher ein Hotelimperium zu begründen. Der Tourismus setzt heute im Wallis rund ein Drittel der Beschäftigen ins Brot. Viele kommen wegen der Schönheit der abwechslungsreichen Kulturlandschaft zwischen Berg und Tal, für deren Erhalt viele Bäuerinnen und Bauern sorgen, die im Hauptberuf im Tourismus, der Verwaltung oder der Industrie tätig sind. Um diese über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft zu bewahren, wendet der Staat grosse Summen auf – schweizweit sind es in den Berggebieten rund 1,4 Milliarden Franken –, um die Bauern für ihren Einsatz als Landschaftspfleger zu entschädigen. Davon profitieren auch die Nebenerwerbsbauern, die oberhalb von Blatten die steilen Wiesen mit einer Maschine mähen, das Heu zusammenrechen und, in waghalsiger Fahrt, mit dem Ladewagen aufladen. Es ist ein Familientag, an dem auch viele Freunde mittun, um das Heu rechtzeitig einzubringen. Im Herbst werden dann nochmals die Schafe darauf weiden. Ohne Heuen und Grasen wäre hier längst der Wald zurückgekehrt, den vor Jahrhunderten die ersten Siedler gerodet hatten. Jetzt tut er es kleinen Schritten, dort, wo es den Bauern zu aufwendig wird. Zum Beispiel an einem spitzen Grat etwas weiter oben, wo nur mit der Sense gearbeitet werden könnte. Noch blüht hier die seltene Graslilie. Doch der Wald naht, Teile der einstigen Weide sind schon bewachsen, und auch direkt am Grat haben es sich die ersten Jungbäume bequem eingerichtet. Diese Verwaldung trifft auch die vielen Waldweiden im Wallis. Wo einst das Vieh graste und für Licht im Dunkel der Nadelwälder sorgte, breitet sich heute junger Bergwald aus.
Auch Myriam Thelers Eltern hatten 1976 auf Schafhaltung umgestellt, als ihrem Vater als Nebenerwerbsbauern die Kuhhaltung zuviel wurde. Diese 30köpfige Schafherde hat nun ihr Sohn Elia übernommen. Der 18-jährige pflegt sein Hobby mit grosser Leidenschaft. Er tritt sein Erbe unter ganz anderen Voraussetzungen an. Denn aus den Nutztieren von einst sind Haustiere geworden, zu denen man eine ähnlich persönliche Beziehung pflegt wie zu Hund und Katze. Das zeigt sich an der Wolle, aus der einst Socken und wärmende Westen gefertigt worden waren. Heute ist sie wertlos und fristet allenfalls als Gebäudeisolation ein trauriges Dasein. Doch die Hingabe, mit der diese bis zu zehn Zentimeter langen Haare gepflegt werden, steht im umgekehrten Verhältnis zum finanziellen Nutzen. Der Ertrag ist emotional, es geht um Schönheit, Anmut und Sozialprestige. Denn wenn im Herbst nach der Alpabfahrt an grossen Schafschauen die schönsten Schwarznasenschafe prämiert werden, sind, ähnlich wie beim Kaninchenzüchterverein, die vergebenen Jurypunkte der Lohn für die getane züchterische und tierpflegerische Arbeit. Der der Not gehorchende Pragmatismus der Vorfahren ist einem Schönheits-Ideal gewichen. Zweifellos. Sie sind schön anzusehen, die Schwarznasenschafe. Doch man muss sich schon auch fragen, welchen Sinn es machen kann, den gesamten Kopf dieser Tiere in einen Wollknäuel zu hüllen, aus dem die Tiere keinen freien Blick mehr haben. Die Schönheit liegt hier nur im Auge des Betrachters. Die zwei Walliser Landschafe, die Myriam Theler ihrem Mann Christian geschenkt hat, sind dagegen nur hässliche Entlein, die Nachfahren jener Schafe, die einst den Bergbauern zu einer prekären Existenzsicherung verholfen hatten. Er mag sie trotzdem. Doch man sollte den leicht ins Absurde driftenden Schönheitswettbewerb rund um die Schwarznasenschafe nicht isoliert betrachten. Für die heutigen Tierhalter geht es auch um das Kulturerbe ihrer Vorfahren, das sie, in veränderter Form, weiter pflegen. Wie lange sie das noch tun werden, muss offen bleiben. Ein Hobby ist ein Hobby. Und das kann sich ändern. Für Christian Theler beschleunigt der Wolf diesen Kulturwandel, der durchaus auch dazu führen könnte, dass die Landwirtschaft im Wallis weiter intensiviert und dort, wo die Plackerei zu gross ist, aufgegeben wird. Der Wolf wäre dann unangefochtener König in dieser vom Wald dominierten Landschaft. Theler träumt von einem Wolfs-Management, das, ähnlich den Urinspritzern, mit denen Wölfe ihr Revier markieren, eine strikte, unsichtbare Linie zieht, um den Wolf, notfalls mit der Waffe in der Hand, in die Schranken zu weisen. Er weiss, wie schwierig das sein wird in dieser reich strukturieren Landschaft ohne klare Grenzen zwischen Wald und Wiese. Am Herdenschutz und an der Behirtung führt kein Weg vorbei. Die schon heute in Genossenschaften organisierten Schafhalter müssen sich organisieren, was ansatzweise schon geschieht. Und sie müssten, wie einst beim Geissenpeter, ihre kleinen Herden mit anderen zusammenlegen, um sie einfacher hüten und schützen zu lassen. Das würde einiges an Mehrarbeit mit sich bringen und möglicherweise einen anderen Strukturwandel bedeuten: Die Professionalisierung der Schafzucht mit grossen, vielhundertköpfigen Herden und Haltern, deren Existenz von derem Wohl und Weh abhängt. Der Schutz vor dem Wolf wäre zumindest einfacher zu bewerkstelligen.
Kreuz und quer liegen grau gewordene Föhrenstämme übereinander auf einer Waldlichtung auf einem Grat hoch über Bister. Über extrem steiles Gelände folgt man beim Aufstieg durch den Bawald den Wildwechseln. Die Stämme sind 28-jähriges Sturmholz. Der Orkan Vivian hat sie im Februar 1990 gefällt und damit auch Licht in den dichten Wald gebracht. Es ist willkommenes Licht für den Baumnachwuchs. Doch der tut sich schwer. Noch nach zehn, fünfzehn Jahren sind manche jungen Tännchen nur wenige Zentimeter hoch, so setzen ihnen die Hirsche zu. Die Mitarbeiter um Christian Theler haben das Totholz deshalb so geschichtet, dass sich die jungen Bäume darunter ungestört entwickeln können. Die Hirsche machen einen Bogen darum. Es sei ihnen zu riskant, sich in dieses igelartige Geflecht zu wagen, sagt Theler. «Sie müssen vorsichtig sein und sind deshalb bedacht, immer einen Fluchtweg offen zu haben. Ihre Feinde, das sind die Jäger und die Wölfe.» Der lichte Grat erlaube ihnen, diese frühzeitig zu erkennen. Ein paar Schritte bergaufwärts hat sich in einem Gehege (Wildkontrollgatter) eine prächtige Baumvielfalt entwickelt, sogar Kirschen und Edelkastanien finden sich auf 1200 Metern Höhe. Rundherum findet sich fast nur vermoderndes Totholz. Die Hirsche verhindern jeden Baumnachwuchs. Das natürliche Gleichgewicht ist gestört. Der Wolf werde auf lange Sicht dazu beitragen, dass dieses wieder hergestellt wird. «Bis dahin werden die Jäger für die Regulation des Wildes wesentlich wichtiger sein.» Etwas unterhalb des aussichtsreichen Grates führt ein Wildwechsel parallel zum Hang, um sich kurz darauf in einem grünen Dickicht zu verlieren. Auch die Jäger orientieren sich daran. Die Wildbestände sind hoch, beim bedeutendsten Wild, dem Hirsch, viel zu hoch. Das hat zum einen mit der Aufgabe grosser landwirtschaftlicher Nutzflächen und der Ausbreitung der Wälder zu tun – im Wallis hat sich die Waldfläche seit 1985 um 15 Prozent vergrössert -, zum andern mit der staatlich geförderten Ausrottung der Beutegreifer, vor allem Bär und Wolf, die wegen ihrer Nutzviehrisse verteufelt wurden, primär aber als Konkurrenten ums Wild unschädlich gemacht werden sollten. Auch der teilweise geringe Jagddruck spielt eine Rolle. Der integrale Schutz dieser Raubtiere kam in der Schweiz viel zu spät – es gab sie nicht mehr. Jetzt, wo sie wieder im Land sind, gilt es, mit ihnen ein Auskommen zu finden. Die Jäger sind grossmehrheitlich für den Wolf, weil sie sich bewusst sind, dass sie ihn nicht wieder loswerden können, weil sie aber auch realisiert haben, dass eine Annäherung an das natürliche Gleichgewicht allemal besser ist als das ständige Löcher stopfen durch den Menschen mit Jagdquoten, dem Schutz des Jungwaldes und dem anhaltenden, kaum aufzuhaltenden Rückzug der Landwirtschaft in den Alpen.
So, wie der Wolf sichtbarer macht, was unter der Oberfläche schon lange brodelt, so wird es der Mensch sein, dem es obliegt, ihm den ihm gebührenden Platz einzuräumen. Es sieht gar nicht so schlecht aus.

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