Literatur 2016

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Mit beeindruckenden Bildtafeln dokumentiert die Berner Autorin Katharina Balmer die Entwicklung des Tourismus und den Gletscherschwund in der Jungfrauregion.

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Der obere Grindelwaldgletscher zur Zeit des Gletscherhöchststandes um 1850. Die historische Abbildung ist über die zeitgenössische gelegt.

 

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Der obere Grindelwaldgletscher heute. Wo sich einst die Eismassen türmten, zieht sich eine tiefe Schlucht durch den Fels.

 

Mitten hinein ins Eismeer am Eiger führt noch bis in die 1950er-Jahre ein hölzerner Steg zum Ausgangspunkt der Eismeerabfahrt, die über 2000 Höhenmeter auf zugeschneitem ewigen Eis nach Grindelwald führte. Den Zugang ermöglichte die Eismeerstation der Jungfraubahn. Gigantische Eistürme säumten den Einstieg zur Abfahrt, an manchen Tagen herrschen pistenähnliche Verhältnisse, so gross war der Andrang. Tempi passati. Schon Ende der 1950er-Jahre war der Einstieg, bedingt durch den Rückzug des Eises, nicht mehr möglich. Heute erinnert nur noch ein kümmerlicher Rest an diese Gletscher-Herrlichkeit. Als Gletscher noch aus Eis waren: Unter diesem schönen Titel beschreibt die Berner Autorin Katharina Balmer die Entwicklung des Tourimus und die Folgen des Klimawandels. Es waren primär die Gebirgs- und Eisriesen gewesen, die im 19. Jahrhundert in rasch steigender Zahl Gäste aus der Fremde anlockten und damit Projekte wie dem noch aus heutiger Sicht wahnwitzig anmutenden Bau einer Eisenbahn zum Jungfraujoch zum Durchbruch verhalfen. Balmer illustriert diese Geschichte mit zahlreichen historischen Abbildungen, die rasante Entwicklung etwa der Stadt Interlaken eindrücklich demonstrieren. Einen Zeitsprung erlauben transparente Folien im Buch, die über ein zeitgenössisches Bild geklappt werden können. Auf einen Schlag wird dabei wie bei einem Sprung durch die Zeit der dramatische Rückgang der Gletscher, die in Grindelwald noch vor 100 Jahren bis in den Talgrund vorgestossen waren, sichtbar. Es macht, viel mehr als Zahlen, einen globalen Wandel fassbar, der, wie der Klimahistoriker Thomas Stocker im Vorwort als «unerwartete Globalisierung» betrachtet werden muss. Denn die Abschmelzung der Gletscher ist zu 40 Prozent für den Anstieg der Meeressspiegel verantwortlich. Das so dramatisch geschwundene Eis des Eismeers und allmählich im Meer verschwindende Inseln und Küstenstädte stehen in direkter Verbindung. Selten hat ein Buch diesen Zusammenhang so greifbar gemacht. Unbedingt empfehlenswert.

 

Katharina Balmer. Als Gletscher noch aus Eis waren. Jungfrauregion einst und jetzt. Verlag Ott. Bern. CHF 42

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